Biokalbfleisch vom Streuobstwiesenkalb

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Seit diesem Jahr vermarkten wir einen Teil unserer Kälber über die Metzgerei Sax.

 

Die Familie Sax hat sich dafür biozertifizieren lassen.

 

 

Was sind die Gründe für unsere Zusammenarbeit und welche Probleme gibt es dabei.

 

 

1. Regionalität

 

Neben dem Biogedanken spielt natürlich auch Regionalität für uns eine große Rolle. Da die Metzgerei Sax nur 5 km von unserem Hof enfernt ist, liegt die Anfahrtzeit nur bei 5 Minuten. Wir verladen das Kalb am Montag morgen um 8 Uhr und fahren direkt nach Schwendi. Wir, als dem Kalb bekannte Person begleiten es bis zuletzt.

 

 

 

2. Käufer unbekannt

 

Eines der größten und noch nicht gelösten Probleme im Biobereich sind die männlichen Kälber in der Milchviehhaltung. Leider haben wir hier ein ähnliches Problem wie in der Hühnerhaltung.

 

Die Milchviehrassen wurden die letzten Jahrzehnte von ehemals Zweinutzung (Milch und Fleisch)

auf reine Milchnutzung gezüchtet. Zeitgleich wurde mit der Mutterkuhhaltung paralell eine reine Fleischnutzung etabliert, mit der Folge dass die Kälber die nicht zur Zucht im eigenen Betrieb benötigt werden, nur sehr schwer zu vermarkten sind, da die Mast kaum wirtschaftlich ist.

 

Das gilt auch für den Biobereich. Der allergrößte Teil der Biokälber wird konventionell verkauft.

Was mit diesen Kälbern passiert, wissen wir nicht, oft gehen sie ins Ausland, nach Spanien oder den Niederlanden. Das ist für uns ein unhaltbarer Zustand, den wir gerne ändern möchten.

 

 

 

3. Fleischqualität

 

Ein Problem bei der Vermarktung ist nun eben die Qualität in Bezug auf die Bemuskelung unserer Tiere. Wir decken unsere Kühe seit 15 Jahren überwiegend mit Bullen aus unserer Herde.

Dabei versuchen wir wieder in Richtung Zweinutzung zu gehen. Trotzdem erreichen unsere Kälber nicht die Fleischausbeute von reinrassigen Fleischrindern oder Kreuzungskälbern. Da unsere Kälber schon sehr früh mit ihren Ammen auf die Weide kommen und Gras fressen, ist die Fleischfarbe eine andere (dunkler) als bei Tieren die im Stall stehen und nur Magermilch bekommen. Damit müssen wir als Züchter und vor allem die Metzgerei Sax und sie als Verbraucher klarkommen.

 

 

 

4. Tierwohl

 

Wir tränken unsere Kälber die ersten 10-20 Tage am Eimer danach kommen sie an eine Amme.

Warum?

Die Kälber an der eigenen Kuh zu belassen wäre für uns ein enorm hoher Zeitaufwand und uns fehlt der Platz für eine solche Aufzucht. Deshalb haben wir uns für die Aufzucht an einer Amme entschieden. Das hat für uns den Vorteil dass wir diesen “Kindergarten” sehr schnell auf die Weide bringen können und wir dann kaum noch Arbeit damit haben. Die ersten Tage tränken wir sie noch am Eimer, damit sie den Menschen gewöhnt sind. Würden wir das nicht machen, verwildern sie sehr schnell, was den Weideumtrieb dann fast unmöglich macht. Wir sind immer noch am Experimentieren, wie wir die Aufzucht tierfreundlicher und arbeitswirtschaftlich noch besser machen können.

 

5. Wirtschaftlichkeit

 

Das größte Problem ist die Wirtschaftlichkeit. Da unsere Kälber reine Vollmilch trinken, die aktuell einen Wert von ca 50 Cent hat, ist die Aufzucht sehr teuer. Jeden Tag trinkt das Kalb Milch im Wert von 5-8 €. Schon beim Verkauf an den Viehhändler entsteht daher ein Verlust. Verkaufen kann ich ein Bullenkalb an den Viehhändler mit 60 kg Gewicht. Den Erlös von ca 180-250€ hat es dabei schon in Form von Vollmilch getrunken.In der Regel geht es bei den Kälbern um Verlustmimimierung, Gewinne sind unrealistisch.

 

Daran ändert auch die Vermarktung über die Metzgerei Sax noch nichts, aber wir ersparen ihnen eine ungewisse und in der Regel nicht unbedingt angenehme Zukunft. Wenn sie mit ca 3-4 Monaten geschlachtet werden, hatten sie ein wunderbares und sorgloses Leben.

 

6. Naturschutz

 

Wir haben neben unseren alten Streuobstwiesen in den letzten Jahren wieder neue Bäume gepflanzt und zwei komplett neue Streuobswiesen angelegt. Diese eignen sich besonders als Weiden für die Kälber, da sie unter den Bäumen im Sommer Schatten haben und der Dung der Rinder die Artenvielfalt der Streuobstwiesen nochmals deutlich erhöht.

 

7. Projekt

 

Für jedes Kalb das wir über die Metzgerei Sax verkaufen werden wir einen Baum pflanzen.

 

Somit tragen sie mit dem Kauf des Kalbfleisches zur Erhöhung der Artenvielfalt in ihrer nahen Umgebung bei.

 

8. Ethik

 

Warum werden schon Kälber geschlachtet. In unserem Fall ist es das fehlende Futter und der fehlende Platz im Stall, desweiteren ist der Rindfleischmarkt gesättigt, und ein mästen bis zum Alter von 30 Monaten ist wirtschaftlich auch nicht besonders lukrativ. Man sollte auch bedenken, dass auch in der Natur viele Jungtiere aus den verschiedensten Gründen die ersten Monate nicht überleben.

 

 

 

9 Kontakt

 

 

 

Wenn sie mehr wissen möchten kontaktieren sie uns unter 07353/3699 oder info@wendelhof.de.

 

Wir sind sehr an persönlichen Gesprächen interresiert und zeigen ihnen gerne unsere Arbeitsweise.

 

 

 

 


Kontakt

 

 

 

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